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Bündnis Bürgerenergie erwägt Beschwerde gegen Bundesregierung wegen fehlender Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Richtlinie

Die Bundesregierung behauptet, sie haben die Erneuerbaren-Richtlinie der EU mit der EEG-Novelle 2021 umgesetzt. Widerspruch kommt vom Bündnis Bürgerenergie, das Beschwerde bei der EU-Kommission einlegen will.

Seit Dezember 2018 gilt die neue Version der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union, das Kürzel dafür ist RED II. Sie sieht unter anderem eine Erleichterung der gemeinschaftlichen Nutzung von lokal erzeugtem  Solarstrom vor. Das würde eine neue Rentabilität von Photovoltaik-Mieterstrom in Deutschland schaffen. Aber auch andere Photovoltaik-Anlagen ermöglichen, dass größer gebaut werden könnten als bislang und der Stromüberschuss in der Nachbarschaft verkauft wird anstatt auf dem allgemeinen Strommarkt.

Deshalb warten unter anderem Genossenschaften, die die Energiewende mit städtischen Photovoltaik-Dachanlagen vorantreiben wollen, seit 2018 auf die Übernahme der Richtlinie in deutsches Recht. Bis Ende Juni musste das geschehen sein. Doch nun gibt es Streit darüber, ob die Umsetzung erfolgt ist oder eben nicht. Das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium schreibt auf Anfrage von pv magazine, die EU-Richtlinie sei mit der diesjährigen Reform des EEGs übernommen worden. „Weiterer Umsetzungsbedarf besteht aus Sicht der Bundesregierung nicht“, heißt es weiter. Die SPD-Bundestagsfraktion vertritt dieselbe Ansicht. Ihr energiepolitischer Sprecher Bernd Westphal teilt auf Anfrage mit: „Ich bin davon überzeugt, dass wir die europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie für die Stromerzeugung aus Solarenergie in Deutschland mit der von uns Anfang des Jahres verabschiedeten EEG-Novelle umgesetzt haben. Die Gefahr eines Rechtsverletzungsverfahrens seitens der EU-Kommission sehe ich damit nicht.“

Dem widerspricht das Bündnis Bürgerenergie. Es hat ein juristisches Gutachten anfertigen lassen, das zum gegenteiligen Schluss kommt. So zitiert das Bündnis den mit dem Gutachten betrauten Berliner Rechtsanwalt Philipp Boos mit den Worten: „Die im EEG geforderte Personenidentität zwischen Anlagenbetreiber und Stromverbraucher verhindert, dass gemeinsam handelnde Eigenversorger eine Anlage zur Eigenversorgung auch gemeinsam betreiben können. Auch die rechtlich zugelassenen Mieterstrommodelle setzen dieses Recht nicht um, da sie lediglich eine Belieferung von Mieter mit Strom aus EEG-Anlagen erfassen. Der Bundesrepublik droht nun ein weiteres Vertragsverletzungsverfahren“ seitens der EU-Kommission.

In Boos‘ Gutachten vom 21. Mai ist zu lesen: „Der Gesetzgeber hätte in Erweiterung der bisherigen Regelungen des EEG auch eine kollektive Eigenversorgung innerhalb eines Gebäudes ausdrücklich zulassen und mit den gleichen Rechten ausstatten sollen, wie sie der individuellen Eigenversorgung nach Art. 21 EE-Richtlinie zustehen.“ Auch „eine Förderung der kollektiven Eigenversorgung in mehreren unmittelbar benachbarten Gebäuden“, also die Ermöglichung von Quartierslösungen sei nötig, ebenso die juristische Etablierung und Privilegierung von „Erneuerbare-Energien-Gemeinschaften“. Zudem hält Boos fest: „Es ist nicht erkennbar, dass der Gesetzgeber sich mit der Frage auseinandergesetzt hat, ob die administrativen Anforderungen an die individuelle oder die kollektive Eigenversorgung zu diskriminierenden oder unverhältnismäßigen Belastungen führen.“

Malte Zieher, Vorstand des Bündnis Bürgerenergie, ergänzt auf Anfrage von pv magazine, dass es laut Artikel 21 der Richtlinie „verhältnismäßig und hinreichend begründet sein“ muss, wenn ein EU-Staat „zwischen Eigenversorgern und gemeinsam handelnden Eigenversorgern“ unterscheidet. „Uns ist keine Begründung bekannt, warum der deutsche Gesetzgeber mit der geforderten Personenidentität im EEG auf einer Unterscheidung beharrt“, hält Zieher fest. Das Bündnis Bürgerenergie überlege, eine Feststellungsklage einer Wohnungseigentümergemeinschaft gegen die deutsche Praxis zu unterstützen. Zieher kündigt zudem eine Beschwerde bei der EU-Kommission an, um ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesregierung zu erwirken. Aus der Erneuerbaren-Richtlinie ergebe sich nämlich „eine echte Rechtspflicht“ für die EU-Staaten – es gebe keinen Ermessensspielraum. Christfried Lenz von der Genossenschaft Bürgerenergie Altmark hat kürzlich ebenfalls die fehlende Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Richtlinie in deutsches Recht moniert. Zur EU-Richtlinie hielt er fest: „Dadurch könnte die Energiewende Einzug in die Großstädte halten. Das Bürokratie-Monstrum namens ‘Mieterstromgesetz‘, das das bisher verhindert, könnte dann nämlich durch Energie-Gemeinschaften abgelöst werden. Dadurch würde endlich auch die große Gruppe einkommensschwacher Haushalte an den Vorteilen selbst erzeugter erneuerbarer Energie beteiligt.“ (Ralf Hutter)

Quelle: pv magazine

Berlin beschließt Photovoltaik-Pflicht für neue Wohn- und Nicht-Wohngebäude ab 2023

Das Abgeordnetenhaus hat das Solargesetz mit kleinen Änderungen beschlossen. Damit ist der Weg frei, dass bei neu gebauten Wohnhäusern, aber auch Nicht-Wohngebäuden sowie größeren Dachsanierungen künftig eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden muss. Die Pflicht kann auch durch Dritte erfüllt werden.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag das „Solargesetz Berlin“ beschlossen. Damit wird es in der Hauptstadt ab 2023 eine Verpflichtung zur Installation von Photovoltaik-Anlagen geben. Sie greift für alle Neubauten sowie bei wesentlichen Umbauten von Dächern im Gebäudebestand mit einer Nutzfläche von mehr als 50 Quadratmetern, wie pv magazine bereits ausführlich kürzlich berichtete. Die Photovoltaik-Anlagen müssen dabei mindestens 30 Prozent der Nettodachfläche bedecken. Alternativ sind für Wohngebäude verschiedene Mindestanforderungen definiert worden: Bei maximal zwei Wohnungen müssen Photovoltaik-Anlagen mit zwei Kilowatt installiert werden, drei Kilowatt sind es bei Wohngebäuden mit drei bis fünf Wohnungen sowie sechs Kilowatt bei sechs bis zehn Wohnungen.

Mit der Beschlussempfehlung des Wirtschaftsausschusses sind dabei noch einige kleine Änderungen im Solargesetz vorgenommen worden. So heißt es nun im Gesetz: „Zur Umsetzung der Solarpflicht, zur Optimierung der Photovoltaik-Anlagen auf eine möglichst vollständige Dachflächennutzung und zur Ausweitung der Solarenergienutzung auf nicht von der Solarpflicht umfasste Fälle der gebäudeintegrierten Photovoltaik schafft der Senat Angebote für Kommunikation, Beratung und Förderung sowie weitere Unterstützungsmöglichkeiten, auch durch Contracting-Lösungen.“ Dies heißt, dass die Solarpflicht für die Gebäudebesitzer auch durch Dritte erfüllt werden kann.

Zudem soll es zusätzliche Förderprogramm für den Ausbau der Photovoltaik durch die Investitionsbank Berlin in Form von Investitionszuschüssen und Darlehen geben. Damit will man vor allem auch Besitzer bestehender Gebäude, bei denen keine Dachsanierung notwendig ist, für die Installation einer Photovoltaik-Anlage bewegen. Eine Doppelförderung soll aber vermieden werden, heißt es in der Beschlussempfehlung weiter.

Auch bei den Bußgeldern sind mit der Ausschussempfehlung nochmals leichte Anpassungen vorgenommen worden. Wer die Photovoltaik-Pflicht verletzt, muss demnach bis zu 5000 Euro zahlen, wenn es sich um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handelt. Für Mehrfamilienhäuser gibt es demnach eine Staffelung der Geldbuße bis maximal 25.000 Euro und bei Nicht-Wohngebäuden bis zu 50.000 Euro.

Wirtschaftsenatorin Ramona Pop (Grüne) und der energiepolitische Sprecher der Linksfraktion, Michael Efler, zeigten sich nach der Verabschiedung des „Solargesetz Berlin“ sichtlich erfreut. Zum Auftakt der Sitzung des Abgeordnetenhauses fiel zudem der Entschluss, das Berliner Stromnetz zurückzukaufen. Es geht damit wieder in den Besitz des Landes über, wofür sich bereits 2013 etwa 600.000 wahlberechtigte Berliner in einem Bürgerentscheid ausgesprochen hatten.

 

Quelle: pv magazine Newsletter

Bündnis Bürgerenergie erwägt Beschwerde gegen Bundesregierung wegen fehlender Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Richtlinie

Die Bundesregierung behauptet, sie haben die Erneuerbaren-Richtlinie der EU mit der EEG-Novelle 2021 umgesetzt. Widerspruch kommt vom Bündnis Bürgerenergie, das Beschwerde bei der EU-Kommission einlegen will.

Seit Dezember 2018 gilt die neue Version der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union, das Kürzel dafür ist RED II. Sie sieht unter anderem eine Erleichterung der gemeinschaftlichen Nutzung von lokal erzeugtem  Solarstrom vor. Das würde eine neue Rentabilität von Photovoltaik-Mieterstrom in Deutschland schaffen. Aber auch andere Photovoltaik-Anlagen ermöglichen, dass größer gebaut werden könnten als bislang und der Stromüberschuss in der Nachbarschaft verkauft wird anstatt auf dem allgemeinen Strommarkt.

Deshalb warten unter anderem Genossenschaften, die die Energiewende mit städtischen Photovoltaik-Dachanlagen vorantreiben wollen, seit 2018 auf die Übernahme der Richtlinie in deutsches Recht. Bis Ende Juni musste das geschehen sein. Doch nun gibt es Streit darüber, ob die Umsetzung erfolgt ist oder eben nicht. Das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium schreibt auf Anfrage von pv magazine, die EU-Richtlinie sei mit der diesjährigen Reform des EEGs übernommen worden. „Weiterer Umsetzungsbedarf besteht aus Sicht der Bundesregierung nicht“, heißt es weiter. Die SPD-Bundestagsfraktion vertritt dieselbe Ansicht. Ihr energiepolitischer Sprecher Bernd Westphal teilt auf Anfrage mit: „Ich bin davon überzeugt, dass wir die europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie für die Stromerzeugung aus Solarenergie in Deutschland mit der von uns Anfang des Jahres verabschiedeten EEG-Novelle umgesetzt haben. Die Gefahr eines Rechtsverletzungsverfahrens seitens der EU-Kommission sehe ich damit nicht.“

Dem widerspricht das Bündnis Bürgerenergie. Es hat ein juristisches Gutachten anfertigen lassen, das zum gegenteiligen Schluss kommt. So zitiert das Bündnis den mit dem Gutachten betrauten Berliner Rechtsanwalt Philipp Boos mit den Worten: „Die im EEG geforderte Personenidentität zwischen Anlagenbetreiber und Stromverbraucher verhindert, dass gemeinsam handelnde Eigenversorger eine Anlage zur Eigenversorgung auch gemeinsam betreiben können. Auch die rechtlich zugelassenen Mieterstrommodelle setzen dieses Recht nicht um, da sie lediglich eine Belieferung von Mieter mit Strom aus EEG-Anlagen erfassen. Der Bundesrepublik droht nun ein weiteres Vertragsverletzungsverfahren“ seitens der EU-Kommission.

In Boos‘ Gutachten vom 21. Mai ist zu lesen: „Der Gesetzgeber hätte in Erweiterung der bisherigen Regelungen des EEG auch eine kollektive Eigenversorgung innerhalb eines Gebäudes ausdrücklich zulassen und mit den gleichen Rechten ausstatten sollen, wie sie der individuellen Eigenversorgung nach Art. 21 EE-Richtlinie zustehen.“ Auch „eine Förderung der kollektiven Eigenversorgung in mehreren unmittelbar benachbarten Gebäuden“, also die Ermöglichung von Quartierslösungen sei nötig, ebenso die juristische Etablierung und Privilegierung von „Erneuerbare-Energien-Gemeinschaften“. Zudem hält Boos fest: „Es ist nicht erkennbar, dass der Gesetzgeber sich mit der Frage auseinandergesetzt hat, ob die administrativen Anforderungen an die individuelle oder die kollektive Eigenversorgung zu diskriminierenden oder unverhältnismäßigen Belastungen führen.“

Malte Zieher, Vorstand des Bündnis Bürgerenergie, ergänzt auf Anfrage von pv magazine, dass es laut Artikel 21 der Richtlinie „verhältnismäßig und hinreichend begründet sein“ muss, wenn ein EU-Staat „zwischen Eigenversorgern und gemeinsam handelnden Eigenversorgern“ unterscheidet. „Uns ist keine Begründung bekannt, warum der deutsche Gesetzgeber mit der geforderten Personenidentität im EEG auf einer Unterscheidung beharrt“, hält Zieher fest. Das Bündnis Bürgerenergie überlege, eine Feststellungsklage einer Wohnungseigentümergemeinschaft gegen die deutsche Praxis zu unterstützen. Zieher kündigt zudem eine Beschwerde bei der EU-Kommission an, um ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesregierung zu erwirken. Aus der Erneuerbaren-Richtlinie ergebe sich nämlich „eine echte Rechtspflicht“ für die EU-Staaten – es gebe keinen Ermessensspielraum. Christfried Lenz von der Genossenschaft Bürgerenergie Altmark hat kürzlich ebenfalls die fehlende Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Richtlinie in deutsches Recht moniert. Zur EU-Richtlinie hielt er fest: „Dadurch könnte die Energiewende Einzug in die Großstädte halten. Das Bürokratie-Monstrum namens ‘Mieterstromgesetz‘, das das bisher verhindert, könnte dann nämlich durch Energie-Gemeinschaften abgelöst werden. Dadurch würde endlich auch die große Gruppe einkommensschwacher Haushalte an den Vorteilen selbst erzeugter erneuerbarer Energie beteiligt.“ (Ralf Hutter)

Quelle: pv magazine

Berlin beschließt Photovoltaik-Pflicht für neue Wohn- und Nicht-Wohngebäude ab 2023

Das Abgeordnetenhaus hat das Solargesetz mit kleinen Änderungen beschlossen. Damit ist der Weg frei, dass bei neu gebauten Wohnhäusern, aber auch Nicht-Wohngebäuden sowie größeren Dachsanierungen künftig eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden muss. Die Pflicht kann auch durch Dritte erfüllt werden.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag das „Solargesetz Berlin“ beschlossen. Damit wird es in der Hauptstadt ab 2023 eine Verpflichtung zur Installation von Photovoltaik-Anlagen geben. Sie greift für alle Neubauten sowie bei wesentlichen Umbauten von Dächern im Gebäudebestand mit einer Nutzfläche von mehr als 50 Quadratmetern, wie pv magazine bereits ausführlich kürzlich berichtete. Die Photovoltaik-Anlagen müssen dabei mindestens 30 Prozent der Nettodachfläche bedecken. Alternativ sind für Wohngebäude verschiedene Mindestanforderungen definiert worden: Bei maximal zwei Wohnungen müssen Photovoltaik-Anlagen mit zwei Kilowatt installiert werden, drei Kilowatt sind es bei Wohngebäuden mit drei bis fünf Wohnungen sowie sechs Kilowatt bei sechs bis zehn Wohnungen.

Mit der Beschlussempfehlung des Wirtschaftsausschusses sind dabei noch einige kleine Änderungen im Solargesetz vorgenommen worden. So heißt es nun im Gesetz: „Zur Umsetzung der Solarpflicht, zur Optimierung der Photovoltaik-Anlagen auf eine möglichst vollständige Dachflächennutzung und zur Ausweitung der Solarenergienutzung auf nicht von der Solarpflicht umfasste Fälle der gebäudeintegrierten Photovoltaik schafft der Senat Angebote für Kommunikation, Beratung und Förderung sowie weitere Unterstützungsmöglichkeiten, auch durch Contracting-Lösungen.“ Dies heißt, dass die Solarpflicht für die Gebäudebesitzer auch durch Dritte erfüllt werden kann.

Zudem soll es zusätzliche Förderprogramm für den Ausbau der Photovoltaik durch die Investitionsbank Berlin in Form von Investitionszuschüssen und Darlehen geben. Damit will man vor allem auch Besitzer bestehender Gebäude, bei denen keine Dachsanierung notwendig ist, für die Installation einer Photovoltaik-Anlage bewegen. Eine Doppelförderung soll aber vermieden werden, heißt es in der Beschlussempfehlung weiter.

Auch bei den Bußgeldern sind mit der Ausschussempfehlung nochmals leichte Anpassungen vorgenommen worden. Wer die Photovoltaik-Pflicht verletzt, muss demnach bis zu 5000 Euro zahlen, wenn es sich um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handelt. Für Mehrfamilienhäuser gibt es demnach eine Staffelung der Geldbuße bis maximal 25.000 Euro und bei Nicht-Wohngebäuden bis zu 50.000 Euro.

Wirtschaftsenatorin Ramona Pop (Grüne) und der energiepolitische Sprecher der Linksfraktion, Michael Efler, zeigten sich nach der Verabschiedung des „Solargesetz Berlin“ sichtlich erfreut. Zum Auftakt der Sitzung des Abgeordnetenhauses fiel zudem der Entschluss, das Berliner Stromnetz zurückzukaufen. Es geht damit wieder in den Besitz des Landes über, wofür sich bereits 2013 etwa 600.000 wahlberechtigte Berliner in einem Bürgerentscheid ausgesprochen hatten.

 

Quelle: pv magazine Newsletter

Einkommensteuerpflicht für Photovoltaik-Anlagen bis zehn Kilowatt fällt

Die Steuererklärung wird einfacher: Betreiber kleiner PV-Anlagen auf Privathäusern können sich auf Wunsch ab sofort von der Einkommensteuer befreien lassen. Dies geht aus einem aktuellen Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) an die Finanzverwaltungen hervor.

Mit der Regelung setzt das BMF Beschlüsse des Bundesrates um, der die steuerliche Befreiung kleinerer Anlagen im Einkommensteuergesetz gefordert hatte. Sie gilt für PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 10 kW, „die auf zu eigenen Wohnzwecken genutzten oder unentgeltlich überlassenen Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken einschließlich Außenanlagen (z. B. Garagen) installiert sind und nach dem 31. Dezember 2003 in Betrieb genommen wurden“.

Der Antrag auf Befreiung ist formlos schriftlich bei der zuständigen Finanzbehörde zu stellen und gilt auch für die Folgejahre. Die Finanzbehörden gehen dann davon aus, dass bei den Anlagenbetreibern keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt, sondern eine „steuerlich unbeachtliche Liebhaberei“. Steuerpflichtige müssen in diesen Fällen keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EÜR) für den Betrieb der Photovoltaik-Anlage abgeben. Dies greift auch rückwirkend für alle offenen Veranlagungsjahre. Einnahmen aus dem Verkauf des Stroms (z. B. aus der EEG-Einspeisevergütung) werden nicht berücksichtigt.

Das Finanzministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass es Anlagenbetreibern weiterhin unbenommen bleibt, eine Gewinnerzielungsabsicht nachzuweisen. Dies wäre u. a. für diejenigen interessant, die Steuervorteile durch Abschreibungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen möchten.

Die Umsatzsteuerpflicht bleibt bestehen, wenn sich der Betreiber die Umsatzsteuer beim Kauf der Anlage zurückerstatten ließ (vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldungen in den ersten zwei Jahren sowie jährliche Umsatzsteuererklärungen). Auch auf den privaten Stromverbrauch aus der Photovoltaik-Anlage müsste Umsatzsteuer gezahlt werden. Macht die steuerpflichtige Person von dem Wahlrecht keinen Gebrauch, ist die Gewinnerzielungsabsicht nach den allgemeinen Grundsätzen zu prüfen.

Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums.

Link: Schreiben des Bundesfinanzministeriums „Gewinnerzielungsabsicht bei kleinen Photovoltaikanlagen und vergleichbaren Blockheizkraftwerken“

 

Quelle: News pv.de

EUPD Research: Erst elf Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser mit Photovoltaik belegt

Gerade im Osten Deutschlands gibt es noch ein großes Potenzial für die Installation von Photovoltaik-Anlagen. Die größte Sättigung mit 21 Prozent ist in Baden-Württemberg erreicht. Immerhin werden die kleinen Photovoltaik-Anlagen im Schnitt größer, was auch an der neuen Bagatellgrenze für die Belastung des solaren Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage liegt.

1,3 Millionen Photovoltaik-Anlagen sind auf den Dächern der Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland bereits installiert. Klingt viel. Ein genauerer Blick von EUPD Research offenbart jedoch, dass gerade einmal eines von zehn dieser Gebäude mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet sind. Durchschnittlich sei eine Sättigung bundesweit von elf Prozent erreicht, also 89 Prozent der Dächer sind ungenutzt, so die Bonner Analysten am Mittwoch. Die größte Sättigung mit 21 Prozent sei in Baden-Württemberg zu verzeichnen (siehe Karte). Gerade in Ostdeutschland gebe es dagegen noch viel Potenzial für das Photovoltaik-Kleinanlagensegment. Bundesweites Schlusslicht sei der Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt mit einer Sättigungsquote von 3,4 Prozent.

Zur Berechnung des bestehenden Photovoltaik-Potenzials hat EUPD Research zunächst die Anzahl an geeigneten Dachflächen ermittelt. Während in ländlich geprägten Landkreisen aufgrund größerer Grundstücke und geringerer Verschattungen ein Großteil der Ein- und Zweifamilienhäuser zur Errichtung einer Photovoltaik-Anlage geeignet sei, beschränke sich im städtischen Raum das Potenzial auf die Hälfte dieser Gebäudeklasse. Insgesamt kommt EUPD Research auf 11,7 Millionen Dächer bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit Photovoltaik-Eignung.

Immerhin lässt sich in den vergangenen Jahren eine kontinuierliche Zunahme der Anlagenleistung im Kleinanlagensegment verzeichnen. Lag die Durchschnittsleistung der neuen Anlagen 2016 noch bei 6,4 Kilowatt waren es 2020 bereits 7,5 Kilowatt, wie die Analysten ermittelten. Dies liegt zum einen an der gestiegenen Effizienz der Solarmodule und auch an den gesunkenen Kosten. Mittlerweile wird auch ein Großteil der neuen privaten Photovoltaik-Dachanlagen mit einem Heimspeicher kombiniert. Auch hier verzeichnet EUPD Research einen Anstieg der installierten Nettokapazität. Sie lag 2020 bei durchschnittlich acht Kilowattstunden. Damit seien solare Eigenverbrauchanteile von 60 Prozent und mehr möglich.

Für die kommenden Jahre erwarten die Analysten eine weitere Steigerung bei den Anlagenleistungen. Dies liegt vor allem an der Anhebung der Bagatellgrenze beim Photovoltaik-Eigenverbrauch von 10 auf 30 Kilowatt. Entsprechend würden künftig auf den Ein- und Zweifamilienhäusern auch Photovoltaik-Anlagen mit mehr als zehn Kilowatt Leistung installiert. Dies lasse sich bereits aus den Zubauzahlen für Januar und Februar 2021 ableiten. Die Anzahl der Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung zwischen 10 und 15 Kilowatt hat sich EUPD Research zufolge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 248 Prozent erhöht. Analog zu dieser Entwicklung sei davon auszugehen, dass auch größere Speicher installiert würden, heißt es weiter.

 

Quelle: pv magazine

EUPD Research: Batteriespeicher verdoppelt CO2-Einsparung privater Photovoltaik-Anlagen

Eine Photovoltaik-Anlage für Einfamilienhäuser senkt die strombezogenen CO2-Emissionen des Haushalts um 45 Prozent – mit Speicher sind es bis zu 85 Prozent. Ist eine Wärmepumpe installiert, sinken die Emissionen um 32 Prozent ohne und 71 Prozent mit Speicher.

Bei ihrer vom Speicherhersteller E3/DC in Auftrag gegebenen Analyse sind die Experten von EUPD Research davon ausgegangen, dass ein Haushalt 4500 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht und eine Photovoltaik-Anlage mit 7,5-Kilowatt Leistung installiert hat. Verglichen mit einer vollständigen Netzstrom-Versorgung reduziert der Haushalt seine CO2-Emissionen durch die Photovoltaik-Anlage um 45 Prozent – ohne Berücksichtigung der Einspeisung von Solarstrom-Überschüssen. Wird die Anlage um einen Batteriespeicher mit acht Kilowattstunden Nettokapazität ergänzt, sinken die Emissionen um 79 Prozent. Mit einer Kapazität von zwölf Kilowattstunden sind es 85 Prozent. Dabei legt EUPD Research allerdings eine Photovoltaik-Leistung von zehn Kilowatt zugrunde.

In einem zweiten Szenario haben die Analysten angenommen, dass der Haushalt zusätzlich eine Wärmepumpe installiert hat. Damit steigt sein Stromverbrauch auf 8300 Kilowattstunden. Ohne Heimspeicher sinken die CO2-Emissionen mit einer 7,5-Kilowatt-Anlage um 32 Prozent, mit einem 8-Kilowattstunden-Speicher um 52 Prozent. Bei einer 10-Kilowatt-Anlage sind es mit einem 12-Kilowattstunden-Speicher 60 Prozent, bei einer 15-Kilowatt-Anlage und einem 15-Kilowattstunden-Speicher 71 Prozent.

Zuguterletzt haben die Experten das Szenario um eine Wallbox ergänzt, die 60 Prozent des Strombedarfs eines Elektroautos deckt. Den Stromverbrauch des Haushalts setzt EUPD Research mit insgesamt 9800 Kilowattstunden an. Ohne Speicher reduziert eine 7,5-Kilowatt-Photovoltaik-Anlage die CO2-Emissionen nur 28 Prozent. Mit einer 15-Kilowatt-Anlage und einem 15-Kilowattstunden-Speicher liegt das Minus dagegen bei 69 Prozent.

„Der seit Jahren beobachtbare Anstieg der Leistung bei Photovoltaik-Modulen erlaubt bereits heute Anlagengrößen von 10 bis 15 Kilowattpeak auf herkömmlichen Einfamilienhausdächern“, sagt Martin Ammon, Projektleiter und Geschäftsführer von EUPD Research. „Ein deutlicher Anstieg der installierten Solarleistung in Kombination mit entsprechender Speicherkapazität ist die Voraussetzung, um im Haushalt den Anforderungen der Energiewende gerecht zu werden.“

Quelle: pv magazine

BSW-Solar: Photovoltaik-Speicher legten 2020 um 47 Prozent zu

Das Interesse an Photovoltaik-Speicherlösungen ist ungebrochen. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) meldet, ist die Nachfrage 2020 um 47 Prozent gestiegen. Damit sei die Zahl der Solarstromspeicher im dritten Jahr in Folge um rund 50 Prozent gewachsen. Der Markt habe davon profitiert, dass auf Eigenheimen doppelt so viele Photovoltaik-Anlagen installiert wurden wie im Vorjahr – und rund jeder zweite Eigenheimbesitzer seine neue Anlage mit einem Speicher kombinierte. Der BSW-Solar schätzt, dass 2020 in Deutschland rund 88.000 neue Heimspeicher installiert wurden. Insgesamt habe sich der Bestand damit auf rund 270.000 Photovoltaik-Speicher erhöht.

Im Marktstammdatenregister wurden für das Jahr 2020 knapp 80.000 Batteriespeicher-Neuinstallationen mit einer Kapazität von etwa 775 Megawattstunden und einer Leistung von 475 Megawatt registriert. Ende 2020 waren damit rund 175.000 Batteriespeicher mit einer kumulierten Kapazität von 1.950 Megawattstunden und einer Leistung von 1.400 Megawatt in der Datenbank der Bundesnetzagentur registriert, die seit zwei Jahren online ist. Hierbei sind nur Speichersysteme in Betrieb mit vollständig eingetragener Leistung, Kapazität und Batterietechnologie erfasst – ohne diese Filter liegt die Anzahl noch einige tausend Einträge höher.

Der BSW-Solar erwartet, dass die Speichernachfrage weiter anziehen wird. Das liege neben der energiepolitischen Notwendigkeit an gesunkenen Preisen, einer wachsenden Klimaschutz-Sensibilisierung sowie einem verstärkten Unabhängigkeitsbedürfnis der Verbraucher. Der Branchenverband weist darauf hin, dass die derzeitige Batteriespeicherkapazität zur Umsetzung der Klimaziele, zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Bereitstellung von Ökostrom und für den Ausgleich kurzfristiger witterungs- und tageszeitbedingter Erzeugungsschwankungen der Solar- und Windenergie sich nach Berechnungen von Marktforschern bis zum Jahr 2030 nahezu versiebenfacht werden: von derzeit 2,4 auf rund 18 Gigawattstunden. In der Folge werde sich der jährliche Markt für stationäre Batteriespeicher bis 2025 verdoppeln, bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich sogar verfünffachen.

Das steigende Interesse auch auf Seiten von Unternehmen begründet der BSW-Solar damit, dass aufgrund der EEG-Novelle seit Jahresbeginn dreimal mehr Solarstrom selbst verbraucht werden darf, ohne dass Anlagenbetreiber dafür eine EEG-Umlage abführen müssen. Dies vereinfache auch die Speichernachrüstung bei Solarstromanlagen, die nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung fallen. Für Betreiber dieser ausgeförderten Anlagen sei es am wirtschaftlichsten, möglichst viele Kilowattstunden ihrer abgeschriebenen Solarstromanlagen selbst zu verbrauchen, so BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Um den Speicherzubau weiter zu beschleunigen, seien weitere Gesetzesreformen nötig, unter anderem ein Abbau wettbewerbsverzerrender Doppelbelastungen von ein- und wieder ausgespeichertem Netzstrom von Prosumern mit Entgelten, Umlagen und Abgaben.

Quelle: pv magazine

Thüringen: 12,8 Millionen Euro für Photovoltaik-Förderprogramm „Solar Invest“ in diesem Jahr

Ab sofort können nun auch wieder Anträge für die Förderung von Photovoltaik und Speichern gestellt werden. Seit November galt wegen der hohen Nachfrage ein Antragsstopp.

Thüringens Förderprogramm „Solar Invest“ erfreut sich großer Beliebtheit. Im November 2020 waren die Mittel für das vergangene Jahr ausgeschöpft und das Landesumweltministerium verhängte wegen der hohen Nachfrage einen Antragsstopp. Nun wird das Programm mit neuen Mitteln fortgesetzt. Im Landeshaushalt 2021 seien 12,8 Millionen Euro an Fördermitteln vorgesehen, teilte das Umweltministerium am Sonntag mit. Das Programm werde weiter ausgebaut.

Es werden weiterhin neue Photovoltaik-Anlagen zur Erhöhung des Eigenverbrauchs in Kombination mit Batteriesystemen oder sonstigen Speichern gefördert, ebenso die Nachrüstung bestehender Photovoltaik-Anlagen mit einem Speicher. Das Antrags- und Abrechnungsverfahren sei vereinfacht worden, hieß es vom Ministerium weiter. Bis zu einem Photovoltaik-Anlagengröße von 10 Kilowatt Leistung werde die Förderung als Festbetrag gewährt.

Der Zuschuss liegt den Förderrichtlinien zufolge dann bei 900 Euro pro installiertem Kilowatt. Bei Investition in größere Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeicher werden bis zu 25 Prozent der Summe gefördert. Bei Bürgerenergiegenossenschaften werden bis zu 40 Prozent der Investitionssumme gefördert. Wenn eine bestehende Photovoltaik-Anlage mit einem Speicher nachgerüstet wird, beträgt der Zuschuss 300 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität bei Anlagen bis 10 Kilowattstunden. Größere Speicher werden mit bis zu 25 Prozent der Investitionssumme bezuschusst. Über das Programm „Solar Invest“ werden zudem auch Mieterstrom-Projekte mit bis zu 80 Prozent finanziell unterstützt. Zudem fördert Thüringen auch Beratungsleistungen, Machbarkeitsstudien, Öffentlichkeitsarbeit oder Investitionen in Hausanschlussstationen. Der maximal mögliche Zuschuss je Vorhaben wird mit 100.000 Euro beziffert.

Die Bearbeitung der Anträge kann allerdings etwas dauern. „Aufgrund der hohen Antragszahlen für Solar Invest sowie die prioritär laufenden aktuellen Corona-Hilfen kommt es bei der Thüringer Aufbaubank zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Anträgen“, erklärte das Ministerium.

Die Solarförderung in Thüringen kann von Privathaushalten, aber auch kommunalen, kleinen und mittleren Unternehmen, Vereinen, Stiftungen, Wohnungsbaugesellschaften und Bürgerenergiegesellschaften beantragt werden. Landwirtschaftliche Unternehmen werden bei Beratungsleistungen und Machbarkeitsstudien bezuschusst. „Mit der Fortsetzung der Solarförderung wollen wir den Ausbau auch in den kommenden Jahren weiter unterstützen. Klimaschutz kann zum Konjunkturimpuls werden“, erklärte Grünen-Umweltministerin Anja Siegesmund. „Der neue Haushalt zeigt deutlich, wie wir Klimaschutz und gezielte klimafreundliche und innovative Technologien verbinden – um klimafreundlich und damit zukunftsfähig aus der Corona-Krise zu kommen.“

Im vergangenen Jahr waren rund 2600 Förderanträge im Zuge von „Solar Invest“ gestellt worden. 90 Prozent davon entfielen auf Kombilösungen aus Photovoltaik-Anlage und Batteriespeicher, wie das Thüringer Umweltministerium erklärte. 10 Prozent der Anträge bezogen sich demnach auf Erweiterungen bestehender Photovoltaik-Anlagen mit einem Speicher. Die Zahl der Photovoltaik-Anlagen in dem Freistaat sei seit 2016 – damals startete das Programm „Solar Invest“ – von 8200 auf 35.000 gestiegen. Die installiert Photovoltaik-Leistung erhöhte sich von 662 auf 1870 Megawatt.

Quelle: pv magazine

Rheinland-Pfalz fördert Ladepunkte in Kombination mit Photovoltaik-Speichern

In Kürze können Privathaushalte, Betriebe und Kommunen eine Bonusförderung von 500 Euro für die Installation einer Wandladestation beantragen. Für das zuvor aufgelegte Photovoltaik-Speicher-Programm sind bislang Anträge mit einem Volumen von 3,3 Millionen Euro gestellt worden.

Zum Jahreswechsel ging die langjährige Grünen-Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin, Anne Spiegel, stellte am Montag nun vor, welche Schwerpunkte sie für die kommende Zeit legen wolle. „„Wir werden die Klimakrise nur bewältigen, wenn wir ambitioniert auf Klimaschutz, Klimaanpassung und Energiewende setzen“, sagte die Grünen-Politikerin. Rheinland-Pfalz will bis 2030 bilanziell seine Stromversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Energien umstellen. Mehr als die Hälfte des Weges ist dabei bereits geschafft. Um das Ziel zu erreichen, müsse der Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2030 jedoch vorangetrieben werden, so die Ministerin weiter.

In Kürze wird das Umweltministerium ein neues Förderprogramm für Wandladestationen starten. Dabei können Privathaushalte, Betriebe und Kommunen eine Bonusförderung von 500 Euro pro Ladepunkt beantragen. Allerdings muss dieser in Verbindung mit einem förderfähigen Photovoltaik-Speichersystem stehen, wie es vom Ministerium hieß. Für Photovoltaik-Speicher hat Rheinland-Pfalz im Oktober 2019 ein eigenes Förderprogramm aufgelegt. Insgesamt neun Millionen Euro an Fördermittel stünden zur Verfügung. Seit Einführung des Programms seien 4290 Anträge mit einem Fördervolumen von rund 3,3 Millionen Euro für Photovoltaik-Speicher gestellt worden. Damit hat sich deren Zahl deutlich erhöht. Nach Angaben des Ministeriums sind in dem Bundesland 2018 insgesamt 2460 Photovoltaik-Anlagen mit Speicher installiert worden.

Rheinland-Pfalz will ab diesem Jahr zudem klimaneutrale Gebäude mit einem Bonus unterstützen. Im Zuge des neuen Förderprogramms „Stadt- und Dorfgrün“ sollen somit das Anpflanzen von mehr Grün für ein besseres Stadtklima und größere Naturvielfalt in Siedlungsgebieten vorangebracht werden.

Erst Ende November hatte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein neues Förderprogramm für private Ladestationen aufgelegt. Der Ansturm war in den ersten Tagen so groß, dass die Server zeitweise komplett zusammenbrachen. Die KfW gewährt einen Zuschuss von 900 Euro. Voraussetzung ist jedoch, dass die Elektrofahrzeuge mit Ökostrom beladen werden.

Quelle: pv magazine

Sächsischer Speicherhersteller Skeleton sammelt 41,3 Millionen Euro an frischem Kapital ein

In der jüngsten Finanzierungsrunde haben sich alle bestehenden Investoren, aber auch neue Finanziers beteiligt. Skeleton bietet Speicher auf Basis von Ultrakondensatoren an, die bei Autoherstellern und Netzbetreibern gleichermaßen gefragt sind.

keleton Technologies hat sich in einer neuen Finanzierungsrunde weitere 41,3 Millionen Euro an frischem Kapital gesichert. Insgesamt belaufe sich das erhaltene Kapital damit auf mehr als 93 Millionen Euro, teilte das sächsische Unternehmen von Speichern auf Basis von Ultrakondensatoren am Dienstag mit. Alle Bestandsinvestoren hätten sich an der neuen Runde beteiligt. Darüber hinaus hätten sich auch „europäische Unternehmer und internationale Investoren“ beteiligt. Namentlich genannt als Investoren werden nur EIT Innoenergy sowie eine Gruppe niederländischer Unternehmer und Adven Alumni.

Trotz Corona-Pandemie kann Skeleton auf ein starkes Jahr zurückblicken. Im laufenden Geschäftsjahr werde das sächsische Unternehmen seinen Umsatz erneut verdreifachen. Mit dem frischen Kapital sowie der Unterstützung der Investoren, zu denen EIT Innoenergy gehört, wolle es sein „aggressives Wachstum“ fortsetzen. In den vergangenen Monaten habe sich Skeleton einige große Aufträge sichern können, unter anderem von einem weltweit führenden Energieversorger und einem Hersteller von Wasserstoffbussen. Der Auftragsbestand belaufe sich aktuell auf mehr als 150 Millionen Euro.

Mit dem frischen Kapital soll unter anderem die Technologieentwicklung am sächsischen Standort in Großröhrsdorf ausgebaut werden. So sei Skeleton auch an einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem KIT beteiligt, den Speicher der nächsten Generation zu entwickeln. Zudem wolle das Unternehmen die Produktion im Laufe des nächsten Jahres weiter ausbauen. Es sei auch geplant, rund 40 neue Mitarbeiter einzustellen.

„Innovationen und der entsprechende Technologiemix sind ein entscheidender Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Ultrakondensatoren sind eine dieser Technologien. Dabei stehen sie nicht im Wettbewerb zu Lithium-Ionen-Batterien oder Brennstoffzellen, sondern sind eine komplementäre Technologie, die leistungsstark und kosteneffizient ist und gleichzeitig Emissionen senkt“, erklärte Taavi Madiberk, CEO und Mitbegründer von Skeleton. „Unsere Ultrakondensatoren haben eine viermal höhere Leistungsdichte als die Pendants von Tesla.“ Dies sei Skeleton von Autoherstellern, Netzbetreibern und sogar der europäischen Weltraumorganisation ESA und dem US-Office of Naval Research bestätigt worden.

Quelle: Newsletter pv magazine