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EEG-Entwurf enthält Anschlussregelung für Post-EEG-Anlagen und Ausschreibungen für PV-Dachanlagen

Mit der Reform soll auch der Rechtsrahmen für Photovoltaik-Anlagen angepasst werden, die ab 2021 aus der EEG-Förderung fallen. Sie sollen für eine Übergangszeit ihren Solarstrom für den Marktpreis abzüglich Vermarktungskosten an den Netzbetreiber verkaufen können. Zudem werden Ausschreibungsmengen für Photovoltaik-Anlagen bis 2028 festgeschrieben. Was im Entwurf fehlt, ist die Abschaffung der EEG-Umlage auf solaren Eigenverbrauch, wie sie in der Erneuerbaren-Richtlinie der EU gefordert wird.

Aus dem Bundeswirtschaftsministerium ist ein erster Entwurf durchgesickert, wie die umfassende Novelle des EEG aussehen soll. Das neue Gesetz soll zum 1. Januar 2021 in Kraft treten. Dies ist insofern wichtig, da dann die ersten EEG-Anlagen nach 20 Jahren aus der Förderung fallen und bisher für diese Anlagen keine passenden Rahmenbedingungen für einen sinnvollen Weiterbetrieb existieren. Der Referentenentwurf, der pv magazine vorliegt, sieht für diese ausgeförderten Anlagen vor, dass sie auch künftig einen Anspruch auf vorrangige Einspeisung haben werden. Zudem wird anerkannt, dass die Direktvermarktung bei kleinen Anlagen derzeit noch unwirtschaftlich ist. Daher sieht der Gesetzentwurf eine Alternative vor. „Diese Anlagenbetreiber können den in der Anlage erzeugten Strom bis Ende 2027 auch dem Netzbetreiber zur Verfügung stellen und erhalten hierfür den Marktwert abzüglich der Vermarktungskosten. Hierdurch werden sowohl ein Abbau dieser Anlagen als auch ein ‚wildes Einspeisen‘ verhindert“, heißt es im Entwurf unter dem Punkt „Einstieg in die ‚Post-EEG-Förderung‘“. Dort steht jedoch auch geschrieben, dass die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien künftig „so weit wie möglich marktgetrieben“ vorantreiben wolle. Daher werde sie „bis spätestens 2027 einen Vorschlag für einen Umstieg von der finanziellen Förderung auf einen marktgetriebenen Ausbau“ vorlegen.

Weitere Kernelemente des EEG-Entwurfs sind die Verankerung des Ziels, Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral zu machen. Zudem soll das „Klimaschutzprogramm 2030“ mit der Novelle umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass dort verbindlich das Ziel von 65 Prozent erneuerbare Energien am deutschen Stromverbrauch festgeschrieben werden soll. Dafür werden Ausbaupfade für die einzelnen Technologien definiert, um das Ziel zu erreichen. Für die Photovoltaik wird demnach eine Steigerung der installierten Leistung auf 100 Gigawatt angestrebt. Dies wäre fast eine Verdoppelung der aktuell installierten Leistung in Deutschland. Für Windkraft an Land ist das Ziel von 71 Gigawatt und für Offshore-Windkraft von 20 Gigawatt vorgesehen. „Die Ausbaupfade sind teilweise noch ambitionierter als im Klimaschutzprogramm 2030 geregelt, um zusätzliche Sicherheit bei der Erreichung des 65-Prozent-Ausbauziels zu schaffen“, heißt es weiter. Für die einzelnen Technologien sind im Gesetzentwurf jeweils Ausschreibungsmengen bis 2028 festgelegt.

Wenn man sich die im Entwurf enthaltene Tabelle anschaut, dann sind für Photovoltaik-Anlagen in den Jahren 2021 bis 2028 jeweils Ausschreibungsmenge zwischen 1,9 und 2,8 Gigawatt vorgesehen. Die Mengen erhöhen sich vor allem ab 2025 stetig. Angesichts der derzeitigen Flaute beim Ausbau der Windkraft ist allerdings fraglich, ob die insgesamt ausgeschriebenen Mengen reichen werden, um einen Erneuerbaren-Anteil von 65 Prozent bis 2030 zu realisieren. So sollen für die Windkraft an Land bereits im kommenden Jahr 4,5 Gigawatt ausgeschrieben werden, in den Jahren danach dann zwischen 2,9 und 5,8 Gigawatt. Derzeit werden wegen Akzeptanzproblemen jedoch kaum neue Windparks in Deutschland realisiert und die Ausschreibungen sind regelmäßig unterzeichnet. Dies will die Regierung auch mit dieser Novelle lösen und zusätzliche Standorte für Windkraftanlagen freigeben.

Die Tabelle aus dem EEG-Entwurf zeigt zudem, dass es künftig separate Ausschreibungen für Photovoltaik-Dachanlagen geben soll. Bislang müssen Dachprojekte mit Freiflächenanlagen in den Ausschreibungen ab 750 Kilowatt direkt konkurrieren und haben zumeist wenig Chancen. Für 2021 und 2022 plant die Regierung nun, jeweils 200 Megawatt für Dachanlagen separat auszuschreiben. Das Volumen wird dann in den Folgejahren noch deutlich steigen; 2028 soll es 1,2 Gigawatt erreichen. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) weist darauf hin, dass mit diesem geringen Ausschreibungsvolumen – gerade in den ersten Jahren – der Markt für große Dachanlagen deutlich ausgebremst würde. Nach den Zahlen der Bundesnetzagentur sind allein im vergangenen Jahr 1,12 Gigawatt an Photovoltaik-Anlagen mit 500 bis 750 Kilowatt Leistung neu gemeldet worden.

Mit der Ausweitung der Ausschreibungen will die Bundesregierung die Kostenentwicklung weiter dämpfen. Sie plant daher auch, die Höchstwerte in den Ausschreibungen für Photovoltaik-Anlagen von derzeit 7,50 auf 5,90 Cent pro Kilowattstunde bei Freiflächenanlagen zu senken. Bei Dachanlagen ist im Entwurf ein Höchstwert von 9,00 Cent pro Kilowattstunde als Höchstwert vorgesehen. Zudem will die Regierung eine schnellere Reaktion des atmenden Deckels bei der Solarförderung auf die Kostenentwicklung bei Photovoltaik-Anlagen erreichen. Mit einer Erweiterung der Flächenkulisse bei der Ausschreibung von Solarparks will sie dem Entwurf zufolge zudem den Wettbewerb bei den Photovoltaik-Ausschreibungen weiter erhöhen. Es ist auch eine Anhebung der zulässigen Leistung von 10 auf 20 Megawatt im Entwurf für Freiflächenanlagen in Ausschreibungen vorgesehen.

Zudem will die Bundesregierung künftig auf die gemeinsamen Ausschreibungen von Photovoltaik und Windkraft an Land verzichten. Diese sollten in die Innovationsausschreibungen integriert werden, deren Volumen erhöht werde. 2021 sind für diese Auktionen insgesamt 500 Megawatt vorgesehen und bis 2028 steigt das Volumen jährlich um 50 Megawatt auf dann 850 Megawatt.

Zur Stärkung der Netz- und Marktintegration der erneuerbaren Energien sind in dem Entwurf ebenfalls mehrere Maßnahmen vorgesehen. So soll „die gleitende Marktprämie weiterentwickelt und die Vergütung von Erneuerbare-Energien-Anlagen bei negativen Börsenpreisen für Neuanlagen abgeschafft“ werden, heißt es im Entwurf. Damit wolle die Regierung neue Anreize für Speichertechnologien und Innovationen setzen. Auch sollen die Anforderungen an die Steuerbarkeit der Anlagen ausgeweitet und die Digitalisierungsstrategie über Smart-Meter-Gateways konsequent fortgesetzt werden.

Mit der EEG-Novelle 2021 sollen auch längst zugesagte Nachbesserungen für Photovoltaik-Mieterstrom realisiert werden. So wird es künftig auch für große Photovoltaik-Mieterstromprojekte wieder eine Vergütung geben. Für Anlagen bis 750 Kilowatt ist ein Zuschlag von 1,42 Cent pro Kilowattstunde vorgesehen. Bei kleinen Projekten bis 10 Kilowatt Leistung wird er bei 2,66 Cent pro Kilowattstunde liegen.

Was in dem Entwurf zunächst nicht zu finden ist, ist die Umsetzung der Erneuerbaren-Richtlinie der EU. Diese schreibt vor, dass solarer Eigenverbrauch aus Photovoltaik-Anlagen bis 30 Kilowatt nicht mit Umlagen und Abgaben belastet werden darf. Eigentlich muss die Bundesregierung dies bis Mitte 2021 in nationales Recht umsetzen.

Im Entwurf sind dagegen einzelne Punkte zur EEG-Umlage enthalten. So soll die Produktion von grünem Wasserstoff von der EEG-Umlagezahlung befreit werden. Gleichzeitig müsse jedoch sichergestellt werden, dass die EEG-Umlage dadurch nicht steige, heißt es im Entwurf. Zur Erarbeitung der erforderlichen Rahmenbedingungen sei im August ein Dialogprozess eröffnet worden. Überdies soll mit der EEG-Novelle auch die Besondere Ausgleichregelung für energieintensive Industrien weiterentwickelt werden. Mit der mittelfristig geplanten Absenkung der EEG-Umlage könnten Unternehmen aus dieser Begünstigung herausfallen. Dies will die Bundesregierung verhindern, um den Unternehmen in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten keine zusätzliche Unsicherheit aufzuerlegen, wie es im Entwurf weiter heißt.

Quelle: pv magazine

Rekordanteil von 55,8 Prozent Erneuerbare an Nettostromerzeugung im 1. Halbjahr

Die Windkraft allein kam auf einen Anteil von mehr als 30 Prozent, wie das Fraunhofer ISE ermittelt hat. Aber auch die Erzeugung der Photovoltaik-Anlagen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich an und erreichte im ersten Halbjahr 11,4 Prozent. Auf dem absteigenden Ast befanden sich dagegen die Kohlekraftwerke.

Die Erneuerbaren erreichten mit 55,8 Prozent einen Rekordanteil an der Nettostromerzeugung im ersten Halbjahr 2020. Dies ist ein starker Anstieg gegenüber den 47 Prozent aus dem Jahr 2019, wie das Fraunhofer-Institut für Solar Energiesysteme ISE ermittelte. Im Monat Februar erreichten Photovoltaik und Windkraft sogar einen Anteil von 61,8 Prozent. Nach Auswertungen des Fraunhofer ISE dürfte auch der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung bei mehr als 50 Prozent in einem Halbjahr gelegen haben.

Die Witterungsbedingungen seit Jahresanfang waren besonders günstig für die Erzeugung von Windstrom. Es wurden 75 Terawattstunden produziert, was eine Steigerung um 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum darstellt. Allein die Windkraft erreicht so einen Anteil von rund 30,6 Prozent an der Nettostromerzeugung im ersten Halbjahr 2020, im Februar lag er sogar bei 45 Prozent, wie das Fraunhofer-ISE berichtet.

Auch die Photovoltaik-Anlagen liefen besonders zwischen April und Juni auf Hochtouren und produzierten jeweils mehr als 6 Terawattstunden. Insgesamt sind etwa 27,9 Terawattstunden Solarstrom in den ersten sechs Monaten produziert worden. Dies ist gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 eine Steigerung um 11,2 Prozent und entspricht einem Anteil von 11,4 Prozent in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Die Biomasse verzeichnete dem Fraunhofer ISE zufolge ebenfalls einen leichten Anstieg und kam auf 23,7 Terawattstunden. Rückläufig war hingegen die Produktion aus Wasserkraft, die sich auf circa 9,5 Terawattstunden summierte.

Insgesamt sind aus den erneuerbaren Energiequellen 136,1 Terawattstunden erzeugt worden – nach 125,6 Terawattstunden im ersten Halbjahr 2019. Der starke prozentuale Anstieg ergibt sich auch aus der seit dem zweiten Quartal gesunkenen Stromnachfrage infolge des Lockdowns der Industrie wegen der Corona-Pandemie. Die Last ging nach den Angaben des Fraunhofer-ISE im ersten Halbjahr deutlich von 245,7 auf 234,2 Terawattstunden im Jahresvergleich zurück. Auch die Stromproduktion sank um 21,7 auf 243,8 Terawattstunden. Ein Teil des Rückgangs entfalle auf die gesunkenen Exporte.

Während Photovoltaik und Windkraft kräftig zulegten, brach die Erzeugung der Kohlekraftwerke im ersten Halbjahr drastisch ein. Braunkohlekraftwerke produzierten etwa 33,6 Terawattstunden netto. Das sind 19,1 Terawattstunden oder 36,3 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019, wie es von den Freiburger Forschern heißt. Die Nettoproduktion aus Steinkohlekraftwerken brach um 46 Prozent auf nur noch 14,4 Terawattstunden ein. Die Ursachen für diese Entwicklung seien die gestiegenen Kosten für CO₂-Zertifikate, die durchschnittlich bei 21,91 Euro pro Tonne CO₂ lagen sowie der stark gesunkene Day-Ahead-Börsenstrompreis, der im ersten Halbjahr nur bei durchschnittlich 22,94 Euro pro Megawattstunde* lag. Bei einer Emissionen-Belastung von etwa 1 Tonne CO₂ pro erzeugter Megawattstunde Kohlestrom sei die Wirtschaftlichkeit der Kohlekraftwerke kaum mehr gegeben.

Hinzu kommt auch noch die Halbierung des Gaspreises in diesem Zeitraum auf gut 8 Euro pro Megawattstunde. Da Erdgaskraftwerke geringere CO2-Zertifikatskosten haben, fand ein „Fuel Switch“ von Kohle zu Erdgas statt, wie es von den Freiburger Forschern hieß. Die Produktion der Gaskraftwerke stieg so um knapp 14 Prozent auf 28 Terawattstunden im ersten Halbjahr. Die Erzeugung der AKW ging hingegen weiter zurück. Sie lagen mit 30,1 Terawattstunden fast 13 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraum.

Die Bruttoerzeugung enthält auch die Eigenerzeugung der Industrie – Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden – sowie die internen Verluste der konventionellen Kraftwerke. Beide Anteile werden nicht in das öffentliche Stromnetz eingespeist und nicht bei den Werten zur Nettostromerzeugung berücksichtigt, die den Strommix abbildet, der aus der Steckdose kommt.

Quelle: pv Magazine

7-Punkte-Fahrplan für Photovoltaik-Marktwachstum in der Post-Deckel-Ära

Mit der Streichung des 52-Gigawatt-Deckels ist die aktuell größte Gefahr für den Photovoltaik-Zubau in Deutschland gebannt. Doch um ein wirklichen Nachfrageschub auszulösen, braucht es weitere Maßnahmen. Der Bundesverband Solarwirtschaft hat sieben dringende Themenfelder definiert.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) zeigt sich erleichtert, nachdem der Bundestag nach elend langen neun Monaten endlich den Weg frei gemacht hat für die Abschaffung des 52-Gigawatt-Deckels im EEG. Damit ist zunächst ein Markteinbruch abgewendet. Nach der Entscheidung im Bundesrat Anfang Juli kann der Passus endgültig und ersatzlos aus dem EEG entfernt werden.

Doch eigentlich geht es noch um mehr als die Abwendung eines Markteinbruchs: Deutschland braucht mit Blick auf den anvisierten Atom- und Kohleausstieg deutlich mehr Photovoltaik-Zubau in den kommenden Jahren. Daher hat der BSW-Solar am Tag nach der Entscheidung im Bundestag auch gleich einen „7-Punkte-Fahrplan zur Solarisierung der Energieversorgung“ vorgelegt. „Die Solar- und Speicherbranche könnte damit deutlich kraftvoller dazu beitragen, dass die Klimaziele im Stromsektor erreicht werden und die Versorgungssicherheit kosteneffizient gewährleistet wird“, sagt Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Mit einer Beschleunigung des Photovoltaik- und Speicherausbaus könnten zudem mindestens 50.000 neue Vollzeitjobs in der deutschen Energiebranche geschaffen werden.

Der erste der sieben Punkte ist eine Verdreifachung der Photovoltaik-Kapazitäten in Deutschland bis 2030. Dazu müsse mit der anstehenden EEG-Novelle das Ausbauziel von jährlich 2,5 auf mindestens 10 Gigawatt angehoben werden, heißt es in dem Papier. Zudem müssten weitere Marktbarrieren fallen. Der Verband zählt etwa die Belastung von solarem Eigenverbrauch mit der EEG-Umlage auf. Aber auch die Standortbeschränkungen für Solarparks in den Ausschreibungen hemmten die Photovoltaik-Marktentwicklung in Deutschland. Zudem sei eine Anhebung der Bagatellgrenze für Dachanlagen bei der Festvergütung hilfreich. Bisher müssen alle Dachanlagen mit mehr als 750 Kilowatt Leistung in den Ausschreibungen mit Freiflächenanlagen um einen Zuschlag konkurrieren. Zudem ist Eigenverbrauch bei Ausschreibungsanlagen bislang nicht zulässig.

Im dritten Punkt seines Fahrplans fordert der BSW-Solar die kurz- und langfristigen Speicherkapazitäten bis 2030 zu verzehnfachen. Dieser Markt wachse zwar derzeit dynamisch, allerdings gebe es zahlreiche Hemmnisse, die für den weiteren Markthochlauf dringend beseitigt werden müssten. Desweiteren spricht sich der Verband dafür aus, Anreize für Doppelnutzungskonzepte zu schaffen, etwa für schwimmende Solarparks oder Agro-Photovoltaik-Anlagen, um deren Markteinführung zu beschleunigen.

Angesichts des sich in Deutschland langsam entwickelnden PPA-Marktes, der den Bau von Photovoltaik-Anlagen außerhalb der EEG-Förderung ermöglicht, setzt sich der BSW-Solar für die Einführung von CO2-Mindestpreisen ein. Es müssten faire Investitionsbedingungen für die Photovoltaik auf dem Strommarkt geschaffen werden. Der durch starke Preisschwankungen gekennzeichnete europäische Emissionshandel biete zu wenig Investitionsimpulse und gleiche Marktverzerrungen zuungunsten erneuerbarer Energien nur unzureichend aus, heißt es zur Begründung. Er bilde zudem auch nur einen Bruchteil der Gesundheits- und Klimafolgenkosten fossiler Energieträger ab.

Darüber hinaus setzt sich der BSW-Solar für einen diskriminierungsfreien Weiterbetrieb von „Ü20-Anlagen“ ein, also Anlagen, die ab 2021 aus der EEG-Förderung fallen. Die Betreiber dieser Anlagen benötigten keine Anschlussförderung mehr, wohl aber die Freistellung von Umlagen und Abgaben für den eigenverbrauchten Solarstrom sowie die Erstattung eines fairen Marktwertes für den eingespeisten Überschussstrom. Der siebte Punkt des Fahrplans zielt auf die Sektorenkopplung ab. Hier sollten „die riesigen Potenziale des Multitalents Photovoltaik“ konsequent erschlossen werden, fordert der Verband.

Quelle: pv magazine

Tesla will bis Ende 2021 nahe Berlin seine erste Giga-Fabrik in Europa bauen

Bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze für die Region versprach der Gründer des kalifornischen Elektroauto-Herstellers. Tesla will seine neue Fabrik nahe der Großbaustelle für den neuen Berliner Flughafens BER bauen.

Kürzlich noch hatte Elon Musk angekündigt, nicht mehr twittern zu wollen. Jetzt machte er bei einem Besuch in Deutschland jedoch eine neue Ankündigung, die er auch direkt auf Twitter bestätigte. So will der kalifornische Hersteller von Elektroautos und Speichern nahe der deutschen Hauptstadt sein erstes Giga-Werk in Europa bauen. In den USA betreibt Tesla bereits zwei Giga-Fabriken und in China wird ein weiteres Werk gebaut.

Musk war für die Verleihung des Automobilpreises „Goldenes Lenkrad“ nach Berlin gekommen. Dort verkündete er die Nachricht. Nach dem Bericht der „Berliner Morgenpost“ ist geplant, das Werk nahe des Berliner Großflughafens BER zu bauen. Der Flughafen selbst befindet sich selbst auch noch im Bau, Fertigstellung ungewiss. Die Zeitung berichtet weiter, dass in der ersten Ausbaustufe mindestens 6000 Arbeitsplätze entstehen sollen und weitere 4000 im Zuge einer möglichen Erweiterung. Tesla will demnach das Werk Ende 2021 in Betrieb nehmen, um dort zunächst sein „Model Y“ – einen Kompakt-SUV – sowie Batterien und Antriebsstränge zu produzieren, wie Musk twitterte. Nähere Einzelheiten, etwa zur Investitionssumme, wurden zunächst nicht bekannt.

Landes- und Bundespolitiker begrüßten die Bekanntmachung. Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop sagte der „Berliner Morgenpost“: „Das ist eine grandiose Nachricht für die Region. Wer Visionen hat, kommt nach Berlin oder zumindest in die Nähe. Man kann Stolz sein. Wir haben das Rennen gemacht.“ Und auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gab am Mittwochmorgen dazu ein Statement heraus. „Die Entscheidung von Tesla, eine hochmoderne Fabrik für Elektroautos in Deutschland zu errichten, ist ein weiterer Beweis für die Attraktivität des Automobilstandortes Deutschland! Es ist zugleich auch ein Meilenstein beim Ausbau von Elektromobilität und Batteriekompetenz“, so Altmaier.

Quelle: pv Magazine