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Rekordanteil von 55,8 Prozent Erneuerbare an Nettostromerzeugung im 1. Halbjahr

Die Windkraft allein kam auf einen Anteil von mehr als 30 Prozent, wie das Fraunhofer ISE ermittelt hat. Aber auch die Erzeugung der Photovoltaik-Anlagen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich an und erreichte im ersten Halbjahr 11,4 Prozent. Auf dem absteigenden Ast befanden sich dagegen die Kohlekraftwerke.

Die Erneuerbaren erreichten mit 55,8 Prozent einen Rekordanteil an der Nettostromerzeugung im ersten Halbjahr 2020. Dies ist ein starker Anstieg gegenüber den 47 Prozent aus dem Jahr 2019, wie das Fraunhofer-Institut für Solar Energiesysteme ISE ermittelte. Im Monat Februar erreichten Photovoltaik und Windkraft sogar einen Anteil von 61,8 Prozent. Nach Auswertungen des Fraunhofer ISE dürfte auch der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung bei mehr als 50 Prozent in einem Halbjahr gelegen haben.

Die Witterungsbedingungen seit Jahresanfang waren besonders günstig für die Erzeugung von Windstrom. Es wurden 75 Terawattstunden produziert, was eine Steigerung um 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum darstellt. Allein die Windkraft erreicht so einen Anteil von rund 30,6 Prozent an der Nettostromerzeugung im ersten Halbjahr 2020, im Februar lag er sogar bei 45 Prozent, wie das Fraunhofer-ISE berichtet.

Auch die Photovoltaik-Anlagen liefen besonders zwischen April und Juni auf Hochtouren und produzierten jeweils mehr als 6 Terawattstunden. Insgesamt sind etwa 27,9 Terawattstunden Solarstrom in den ersten sechs Monaten produziert worden. Dies ist gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 eine Steigerung um 11,2 Prozent und entspricht einem Anteil von 11,4 Prozent in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Die Biomasse verzeichnete dem Fraunhofer ISE zufolge ebenfalls einen leichten Anstieg und kam auf 23,7 Terawattstunden. Rückläufig war hingegen die Produktion aus Wasserkraft, die sich auf circa 9,5 Terawattstunden summierte.

Insgesamt sind aus den erneuerbaren Energiequellen 136,1 Terawattstunden erzeugt worden – nach 125,6 Terawattstunden im ersten Halbjahr 2019. Der starke prozentuale Anstieg ergibt sich auch aus der seit dem zweiten Quartal gesunkenen Stromnachfrage infolge des Lockdowns der Industrie wegen der Corona-Pandemie. Die Last ging nach den Angaben des Fraunhofer-ISE im ersten Halbjahr deutlich von 245,7 auf 234,2 Terawattstunden im Jahresvergleich zurück. Auch die Stromproduktion sank um 21,7 auf 243,8 Terawattstunden. Ein Teil des Rückgangs entfalle auf die gesunkenen Exporte.

Während Photovoltaik und Windkraft kräftig zulegten, brach die Erzeugung der Kohlekraftwerke im ersten Halbjahr drastisch ein. Braunkohlekraftwerke produzierten etwa 33,6 Terawattstunden netto. Das sind 19,1 Terawattstunden oder 36,3 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019, wie es von den Freiburger Forschern heißt. Die Nettoproduktion aus Steinkohlekraftwerken brach um 46 Prozent auf nur noch 14,4 Terawattstunden ein. Die Ursachen für diese Entwicklung seien die gestiegenen Kosten für CO₂-Zertifikate, die durchschnittlich bei 21,91 Euro pro Tonne CO₂ lagen sowie der stark gesunkene Day-Ahead-Börsenstrompreis, der im ersten Halbjahr nur bei durchschnittlich 22,94 Euro pro Megawattstunde* lag. Bei einer Emissionen-Belastung von etwa 1 Tonne CO₂ pro erzeugter Megawattstunde Kohlestrom sei die Wirtschaftlichkeit der Kohlekraftwerke kaum mehr gegeben.

Hinzu kommt auch noch die Halbierung des Gaspreises in diesem Zeitraum auf gut 8 Euro pro Megawattstunde. Da Erdgaskraftwerke geringere CO2-Zertifikatskosten haben, fand ein „Fuel Switch“ von Kohle zu Erdgas statt, wie es von den Freiburger Forschern hieß. Die Produktion der Gaskraftwerke stieg so um knapp 14 Prozent auf 28 Terawattstunden im ersten Halbjahr. Die Erzeugung der AKW ging hingegen weiter zurück. Sie lagen mit 30,1 Terawattstunden fast 13 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraum.

Die Bruttoerzeugung enthält auch die Eigenerzeugung der Industrie – Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden – sowie die internen Verluste der konventionellen Kraftwerke. Beide Anteile werden nicht in das öffentliche Stromnetz eingespeist und nicht bei den Werten zur Nettostromerzeugung berücksichtigt, die den Strommix abbildet, der aus der Steckdose kommt.

Quelle: pv Magazine

7-Punkte-Fahrplan für Photovoltaik-Marktwachstum in der Post-Deckel-Ära

Mit der Streichung des 52-Gigawatt-Deckels ist die aktuell größte Gefahr für den Photovoltaik-Zubau in Deutschland gebannt. Doch um ein wirklichen Nachfrageschub auszulösen, braucht es weitere Maßnahmen. Der Bundesverband Solarwirtschaft hat sieben dringende Themenfelder definiert.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) zeigt sich erleichtert, nachdem der Bundestag nach elend langen neun Monaten endlich den Weg frei gemacht hat für die Abschaffung des 52-Gigawatt-Deckels im EEG. Damit ist zunächst ein Markteinbruch abgewendet. Nach der Entscheidung im Bundesrat Anfang Juli kann der Passus endgültig und ersatzlos aus dem EEG entfernt werden.

Doch eigentlich geht es noch um mehr als die Abwendung eines Markteinbruchs: Deutschland braucht mit Blick auf den anvisierten Atom- und Kohleausstieg deutlich mehr Photovoltaik-Zubau in den kommenden Jahren. Daher hat der BSW-Solar am Tag nach der Entscheidung im Bundestag auch gleich einen „7-Punkte-Fahrplan zur Solarisierung der Energieversorgung“ vorgelegt. „Die Solar- und Speicherbranche könnte damit deutlich kraftvoller dazu beitragen, dass die Klimaziele im Stromsektor erreicht werden und die Versorgungssicherheit kosteneffizient gewährleistet wird“, sagt Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Mit einer Beschleunigung des Photovoltaik- und Speicherausbaus könnten zudem mindestens 50.000 neue Vollzeitjobs in der deutschen Energiebranche geschaffen werden.

Der erste der sieben Punkte ist eine Verdreifachung der Photovoltaik-Kapazitäten in Deutschland bis 2030. Dazu müsse mit der anstehenden EEG-Novelle das Ausbauziel von jährlich 2,5 auf mindestens 10 Gigawatt angehoben werden, heißt es in dem Papier. Zudem müssten weitere Marktbarrieren fallen. Der Verband zählt etwa die Belastung von solarem Eigenverbrauch mit der EEG-Umlage auf. Aber auch die Standortbeschränkungen für Solarparks in den Ausschreibungen hemmten die Photovoltaik-Marktentwicklung in Deutschland. Zudem sei eine Anhebung der Bagatellgrenze für Dachanlagen bei der Festvergütung hilfreich. Bisher müssen alle Dachanlagen mit mehr als 750 Kilowatt Leistung in den Ausschreibungen mit Freiflächenanlagen um einen Zuschlag konkurrieren. Zudem ist Eigenverbrauch bei Ausschreibungsanlagen bislang nicht zulässig.

Im dritten Punkt seines Fahrplans fordert der BSW-Solar die kurz- und langfristigen Speicherkapazitäten bis 2030 zu verzehnfachen. Dieser Markt wachse zwar derzeit dynamisch, allerdings gebe es zahlreiche Hemmnisse, die für den weiteren Markthochlauf dringend beseitigt werden müssten. Desweiteren spricht sich der Verband dafür aus, Anreize für Doppelnutzungskonzepte zu schaffen, etwa für schwimmende Solarparks oder Agro-Photovoltaik-Anlagen, um deren Markteinführung zu beschleunigen.

Angesichts des sich in Deutschland langsam entwickelnden PPA-Marktes, der den Bau von Photovoltaik-Anlagen außerhalb der EEG-Förderung ermöglicht, setzt sich der BSW-Solar für die Einführung von CO2-Mindestpreisen ein. Es müssten faire Investitionsbedingungen für die Photovoltaik auf dem Strommarkt geschaffen werden. Der durch starke Preisschwankungen gekennzeichnete europäische Emissionshandel biete zu wenig Investitionsimpulse und gleiche Marktverzerrungen zuungunsten erneuerbarer Energien nur unzureichend aus, heißt es zur Begründung. Er bilde zudem auch nur einen Bruchteil der Gesundheits- und Klimafolgenkosten fossiler Energieträger ab.

Darüber hinaus setzt sich der BSW-Solar für einen diskriminierungsfreien Weiterbetrieb von „Ü20-Anlagen“ ein, also Anlagen, die ab 2021 aus der EEG-Förderung fallen. Die Betreiber dieser Anlagen benötigten keine Anschlussförderung mehr, wohl aber die Freistellung von Umlagen und Abgaben für den eigenverbrauchten Solarstrom sowie die Erstattung eines fairen Marktwertes für den eingespeisten Überschussstrom. Der siebte Punkt des Fahrplans zielt auf die Sektorenkopplung ab. Hier sollten „die riesigen Potenziale des Multitalents Photovoltaik“ konsequent erschlossen werden, fordert der Verband.

Quelle: pv magazine

Solardeckel kurz vor Öffnung

Die Wirtschafts- und Energiepolitiker des Deutschen Bundestages haben sich nach monatelangen zähen Verhandlungen vor wenigen Minuten mehrheitlich für eine umgehende und ersatzlose Abschaffung des andernfalls in Kürze erreichten Förderstopps für neue Solarstromanlagen ausgesprochen. Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW) begrüßt die heute früh im federführenden Wirtschaftsausschuss getroffene Entscheidung zur Streichung des 52 Gigawatt-Solardeckels im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Der BSW erwartet eine entsprechende Beschlussfassung in der morgigen Sitzung des Deutschen Bundestages und nachfolgend am 3. Juli im Bundesrat.

"Wir freuen uns über das große Engagement einiger Wirtschafts- und Umweltpolitiker in dieser Frage. Gut, dass andere noch gerade rechtzeitig über ihren Schatten gesprungen sind. Sie entsprechen damit dem gesellschaftsübergreifenden Willen einer überwältigenden Bevölkerungsmehrheit. Mit der Streichung des Förderdeckels wird endlich eine der größten Investitionsbarrieren der Energiewende beseitigt. In den vergangenen Jahren und Monaten hat der Solardeckel Milliardeninvestitionen in die Solarwirtschaft am Standort Deutschland blockiert und großen Schaden angerichtet,“ erklärte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig anlässlich der heutigen Entscheidung.

Der BSW forderte die Bundesregierung zugleich auf, der heute initiierten EEG-Novelle zur Abschaffung des Solardeckels spätestens im Herbst eine große Gesetzesreform folgen zu lassen. Diese müsse für die Abschaffung weiterer Marktbarrieren und eine deutliche Beschleunigung des Photovoltaik- und Speicherausbaus genutzt werden.

Bonner Marktforscher hatten erst am Montag vor einer Stromerzeugungslücke für den Fall gewarnt, dass das Tempo des jährlichen PV-Ausbaus nicht bereits im kommenden Jahr mindestens verdoppelt und im übernächsten Jahr sogar verdreifacht werde (wir berichteten). Körnig: „Die gesetzlich fixierten Photovoltaik-Ausbauziele verharren noch immer auf dem viel zu niedrigen Niveau des Jahres 2010, obwohl sich die Kosten schlüsselfertiger Photovoltaik-Systeme seitdem um mehr als zwei Drittel reduziert haben, ein Atom- und Kohleausstieg beschlossen wurde und die Klimaziele deutlich verschärft wurden. Die Solar- und Speicherbranche steht bereit, binnen weniger Jahre 50.000 neue Jobs in Deutschland zu schaffen, wenn diese Diskrepanz endlich beseitigt wird.“

Die nun in einem Änderungsantrag zum Gebäudeenergiegesetz initiierte EEG-Änderung (S. 7, Artikel 8) sieht vor, dass der in Paragraf 49 Absatz 5 und 6 enthaltene Förderdeckel für neue Solarstromanlagen ersatzlos gestrichen wird. Der BSW setzt sich seit Jahren mit Nachdruck für eine Beseitigung der Marktbarriere ein und initiierte mit dieser Zielsetzung u. a. zahlreiche offene Briefe, zuletzt sogar eine Verfassungsbeschwerde. Diese wird zurückgezogen, sobald das Gesetz im Bundestag verabschiedet wurde.

BSW-Mitglieder werden informiert, sobald der Bundestag die Gesetzesänderung beschlossen hat. Dem Vernehmen nach wird das in den morgigen Abendstunden der Fall sein.

 

Quelle: BSW Solar

52-Gigawatt-Photovoltaik-Deckel: BSW-Solar initiiert Offenen Brief an die Bundeskanzlerin

Der Bundesverband Solarwirtschaft appelliert an Kanzlerin Merkel, sich persönlich dafür einzusetzen, den Kabinettsbeschluss zur Abschaffung des 52-Gigawatt-Förderdeckels endlich umzusetzen. Unternehmen und Institutionen können den Brief online bis zum 20. März unterschreiben.

Nachdem sich die Bundesregierung auch in der vergangenen Woche nicht dazu durchringen konnte, den 52-Gigawatt-Förderdeckel für die Photovoltaik abzuschaffen, adressiert der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) nun Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). In einem Offenen Brief appelliert der Branchenverband an die Kanzlerin, sie möge ihren „politischen Einfluss dahingehend geltend machen, dass das Gesetzgebungsverfahren zur Abschaffung des Solardeckels nunmehr umgehend eingeleitet und noch rechtzeitig vor der Sommerpause abgeschlossen wird.“

Die Solarwirtschaft hofft auf ein Machtwort aus dem Kanzleramt, da es keine Zeit mehr zu verlieren gelte. Die Kanzlerin steht dabei auch persönlich im Wort, so der BSW-Solar. Sie hatte sich in den letzten Monaten wiederholt für einen beschleunigten Ausbau der Solarenergie ausgesprochen und im Rahmen der Haushaltsdebatte am 27. November 2019 im Bundestag verkündet: „Wir haben den Solardeckel jetzt aufgehoben.“

Der BSW-Solar ruft alle Unternehmen und Institutionen der Branche auf, den Brief mitzuzeichnen, um ihm einen möglichst hohen Nachdruck zu verleihen. Das ist noch bis Freitag, 20. März online möglich.

Bürgerenergie-Verbände sehen Genossenschaften gefährdet

Unterdessen verweisen das Bündnis Bürgerenergie e.V., das Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz e.V. (LaNEG e.V.), Bürgerenergie Bayern e.V. und Bürgerenergie Thüringen e.V. auf die Folgen des Photovoltaik-Deckels für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Geplante Photovoltaik-Projekte würden auf Eis gelegt, die Akquise von neuen Projekten kommt zum Stillstand. „Gerade die oft kleinen Bürgerenergiegenossenschaften können es sich nicht leisten, viel Geld in neue Photovoltaik-Anlagen zu investieren, mit dem Risiko, dass sie am Ende nicht gefördert werden“, erklärt LaNEG-Geschäftsführerin Verena Ruppert. Sie sieht gar einzelne Genossenschaften in ihrer Existenz gefährdet, wenn bereits projektierte PV-Vorhaben am Ende ohne Vergütung dastehen.

„Die Bundesregierung gefährdet fahrlässig Bürgerenergie und die gesamte Solarbranche und konterkariert alle ihre Versprechen zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland“, sagt Malte Zieher, Vorstand des Bündnis Bürgerenergie e.V. „Deshalb fordern wir die sofortige Abschaffung des 52-Gigawatt-Photovoltaik-Deckels.“ Bundeskabinett und Bundestag müssten bei nächster Gelegenheit eine entsprechende Regelung auf den Weg bringen. „Angesichts der drohenden Wirtschaftskrise in Deutschland ist es absolut nicht nachvollziehbar, dass die Regierung bewusst eine ganze Branche im Stich lässt“, erklärt Zieher.

Ein weiteres hohes Risiko sehen die Bürgerenergie-Dachverbände im so genannten „atmenden Deckel“, der monatlichen Degression der festen Einspeisevergütungen im EEG. Eine aktuelle Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) stellt fest, dass die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Dachanlagen in wenigen Monaten geringer sein wird als die Stromerzeugungskosten. Bei kleinen Anlagen mit Volleinspeisung sei bereits im Frühjahr 2020 ein wirtschaftlicher Betrieb bei reiner Netzeinspeisung nicht mehr darstellbar. Die Studienautoren befürchten in den nächsten Jahren einen starken Markteinbruch. „Wir fordern die Bundesregierung deshalb zusätzlich auf, die Absenkung der Einspeisevergütung auszusetzen“, so die vier Verbände.

Quelle: pv Magazine

Genehmigungsverfahren der Gigafabrik von Tesla läuft – Erörterungstermin verschoben

Brandenburgs Landesamt für Umwelt hat den für Mittwoch vorgesehenen Termin einer öffentlichen Erörterung der Bedenken gegen das neue Werk des US-Elektroautoherstellers verschoben. Auf den Ablauf des Genehmigungsverfahrens für die Fabrik in Grünheide soll es jedoch keine Auswirkungen haben.

Am 18. März war ein Erörterungstermin für die geplante Gigafabrik von Tesla in Grünheide anberaumt worden. Wegen des sich ausbreitenden Corona-Virus hat das Landesamt für Umwelt eine Verschiebung des Termins angeordnet. Derzeit sei „eine ordnungsgemäße Erörterung nicht möglich“, hieß es von der Brandenburger Behörde. Es sollte allen Einwendern – auch älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen – die Gelegenheit gegeben werden, sich zu äußern. Insgesamt sei die Teilnahme von rund 100 Personen an der Erörterung zu erwarten gewesen.

„Für den Ablauf des Genehmigungsverfahrens wird die Verschiebung keine Auswirkungen haben“, heißt es vom Landesamt für Umwelt weiter. Die beteiligten Behörden prüften weiterhin die Antragsunterlagen und eingegangenen Einwendungen. Der neue Termin für die Erörterung solle unverzüglich nach Ende der aktuellen Maßnahmen zum Infektionsschutz festgelegt werden.

Bereits im Februar war mit der Rodung von rund 91 Hektar Wald in Grünheide für die geplante Gigafabrik von Tesla begonnen worden. Ein zwischenzeitlich erwirkter Stopp wurde in der nächsten Instanz wieder aufgehoben. Der kalifornische Elektroautohersteller will nach bisher veröffentlichen Plänen am Standort nahe Berlin künftig bis zu 500.000 seiner Modelle 3 und Y sowie künftiger Modelle produzieren. Die Inbetriebnahme seiner ersten Gigafactory in Europa plant Tesla für Mitte 2021 und will mindestens 6000 Arbeitsplätze schaffen.

Quelle: pv Magazine

BNEF senkt Prognose für globalen Photovoltaik-Zubau 2020 wegen Corona-Virus

In China laufen viele Produktionen wieder an, so dass sich die Lage bei Photovoltaik-Komponenten bald entspannen könnte. Dennoch wird sich der vorübergehende Stillstand auf den Photovoltaik-Weltmarkt auswirken, da die Realisierung einiger Projekte wohl in das nächste Jahr verschoben wird.

Angesichts des Corona-Virus werden rund um den Globus wirtschaftliche Einbrüche erwartet. Die Aktienkurse und der Ölpreis sind bereits auf Talfahrt. Das ganze Ausmaß ist sicher noch nicht absehbar. Bloomberg New Energy Finance (NEF) hat am Donnerstag eine aktuelle Lageeinschätzung für die Photovoltaik-Industrie abgegeben.

Die Analysten berichten, dass in China die Produktionen wieder anlaufen. Dies könne den Druck auf die Versorgung mit Schlüsselkomponenten und Equipment wahrscheinlich etwas mildern. Allerdings werde es kurzfristig bei Lieferengpässen bleiben. Die aktuelle Situation in China habe gezeigt, dass die Wertschöpfungskette für die erneuerbaren Energien regional diversifiziert werden müsste, schreibt Bloomberg NEF. Gerade für Batterien bräuchte es auch lokale Produktionsstätten in Asien, Europa und den USA.

„Wir sind aktuell mehr über die Nachfrage besorgt“, heißt es im aktuellen Marktausblick von Bloomberg NEF weiter. Bei der Photovoltaik habe die chinesische Regierung einige der für 2020 vorgesehenen Projekte bereits in das kommende Jahr geschoben. Die Analysten reduzierten daher auch ihre Erwartungen für den Photovoltaik-Zubau in diesem Jahr. Sie gehen nun von einer global neu installierten Leistung zwischen 108 und 143 Gigawatt aus. Im Februar hatte Bloomberg NEF noch erwartet, dass der Photovoltaik-Weltmarkt in diesem Jahr zwischen 121 und 152 Gigawatt liegen wird. Mit der neuen Prognose sei es auch möglich, dass der globale Photovoltaik-Zubau gegenüber rückläufig sein wird.

Quelle: pv Magazine

Weiter keine Abschaffung des 52-Gigawatt-Photovoltaik-Deckels in Sicht

Da sich Union und SPD bei der Windkraft nicht einigen können, bleibt es weiter offen, wann der Deckel für die Solarförderung aus dem EEG gestrichen wird. Bundesverband Solarwirtschaft und Grüne kritisieren die Koppelung beider Themen und warnen vor drastischen Folgen für den Photovoltaik-Ausbau und die Unternehmen in Deutschland. Die Investitionsunsicherheit besteht schon jetzt.

Die Hoffnung war groß, dass sich die Vertreter von Bund und Ländern auf ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag verständigen, doch sie wurde einmal mehr enttäuscht. Zuvor gab es in der Bundesregierung zwischen Union und SPD weiter keine Einigung bei den Mindestabständen für die Windkraft. Damit wird auch die Abschaffung des 52-Gigawatt-Deckels bei der Solarförderung für alle Photovoltaik-Anlagen bis 750 Kilowatt erneut vertagt. Seit Monaten nehmen Unionspolitiker der Regierung die Photovoltaik damit in eine Art „Geiselhaft“. Sie wollen den Deckel nur streichen, wenn gleichzeitig eine Lösung für die Windparks gefunden wird. Zudem halten sie an einem Mindestabstand von 1000 Metern zwischen Windparks und Wohnsiedlungen fest, während die SPD den Ländern mehr Planungsfreiräume lassen wollte.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) kritisierte das neuerliche ergebnislose Treffen. „Weiteres Vertagen führt jetzt schnell zum Versagen! Die Zeit läuft ab, um den Ausbaudeckel für neue Solardächer zu beseitigen“, sagte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Die Bundesregierung dürfe Photovoltaik und Windkraft nicht länger gegeneinander ausspielen. „Der Verhandlungspoker zu Lasten des Klimaschutzes und auf dem Rücken der Solarbranche muss endlich ein Ende haben“, sagte Körnig weiter. Er forderte „noch vor Ostern Investitionssicherheit und die Einleitung eines Gesetzgebungsverfahrens zur Beseitigung des Förderdeckels für neue Solarstromanlagen im Eilverfahren.“

Nach aktuellen Schätzungen wird die installierte Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt, mit der die Förderung nach dem EEG für die Anlagen bis 750 Kilowatt automatisch enden würde, bereits im Frühsommer erreicht. Es sind noch rund zwei Gigawatt Luft bis zu dieser Marke. Doch schon jetzt würden zunehmend Photovoltaik-Projekte auf Eis gelegt. „Schon eine Förderunterbrechung für wenige Wochen würde massiven Schaden in der Branche mit ihren rund 30.000 Beschäftigten anrichten. Erwartet wird für diesen Fall ein Umsatzeinbruch in Milliardenhöhe“, sagte Körnig.

Auch die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, kritisierte das Scheitern. „Die Regierungsblockade der Energiewende in Deutschland geht weiter. Weil sich die Gegner der Windenergie in der Union an Zwangsabstände für Windräder klammern und die Solarenergie in Geiselhaft genommen haben, kommt der gesamte Ausbau der Erneuerbaren nicht mehr voran.“ Banken würden bereits wegen des baldigen Erreichens des 52-Gigawatt-Deckels die Finanzierungen für neue Photovoltaik-Anlagen verweigern. „Damit ist nach den dramatischen Arbeitsplatzverlusten in der Windenergie eine weitere Schlüsselbranche für Klimaschutz in Gefahr. Diese Bundesregierung fährt Energiewende und Klimaschutz sehenden Auges an die Wand“, so Verlinden weiter.

Quelle: pv Magazine